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Flüssig - Düngung mit AHL

Mineralische Flüssigdüngung heißt, die Nährstoffe in flüssiger Form zu verabreichen, nicht zu verwechseln mit der organischen Form (z.B. Gülle).
Der vom Anwendungsumfang her bedeutendste Flüssigdünger ist die Ammonnitrat-Harnstoff-Lösung (AHL). Sie zählt zu den wichtigsten Einnährstoffdünger überhaupt.
Bei einer Dichte von 1,28 g/cm³ und einem pH-Wert von 7 liegt in der AHL der Stickstoff zu je 7 % als Nitrat- und Ammonium- und zu 14 % als Amid-N vor, also insgesamt 28 % N (Gewicht-%) mit kurz-, mittel- und längerfristig wirkender Stickstoffkomponente. (Umrechnung: 100 l AHL = 36 kg N). Die folgenden Aussagen gelten in vielen Punkten auch für flüssige Mehrnährstoffdünger, wie z.B. NP- oder NPK-Lösung.

Warum also Flüssigdüngung?

Vorteile der AHL-Düngung

  • Düngemittelpeis deutlich niedriger
  • Arbeitskräftebedarf geringer
  • Arbeitsproduktivität höher
  • Arbeitsbedingungen besser (keine Handarbeit, keine Staubbelästigung)
  • Verluste bei Transport, Umschlag und Lagerung sind nahezu auszuschließen
  • Dosierung und Verteilung genauer
  • Nährstoffverfügbarkeit günstiger

Nachteile der AHL-Düngung

  • hohe Ansprüche an Sicherheitstechnik zur Gewährleistung des Umweltschutzes (höhere Investitionskosten)
  • korrosive Eigenschaft (höhere Technikkosten)
  • größeres Risiko (Witterungsabhängigkeit)
  • höhere Anforderungen an den Anwender, da mehr Feinheiten zu beachten sind (technische Einstellmöglichkeiten)

AHL ist eine korrosive Flüssigkeit, so daß eine Reinigung der Maschinen nach der Applikation im Sinne der Pflege und Werterhaltung stets mit vorzusehen ist. Im Vergleich zu Kalkammonsalpeter hat AHL eine stärker versauernde Wirkung. Für Mineralböden ist darum ein entsprechender Kalkausgleich zu berücksichtigen; auf Niedermoorböden kommt dagegen eine Kalkung aus bodenkundlich- pflanzenbaulichen Gründen nicht in Frage. AHL ist mit Wasser in jedem Verhältnis mischbar und eine gleichzeitige Düngung mit anderen Nährstoffen nach Zumischung entsprechend den Herstellerangaben ist möglich (Bittersalz, Mikronährstoffe).
Die Kombination der Ausbringung von AHL und Pflanzenschutzmitteln entsprechend den Vorschriften der Hersteller ist allgemein kostengünstig (Einsparung von Arbeitsgängen und Mittelmengen), für Grünland in der Regel wenig relevant.
Für den Umgang mit der AHL bei winterlichen Temperaturen ist zu beachten: AHL mit 28 Gew. % N kristallisiert bei -17 °C aus, Ware mit 30 Gew. % N bei -9 °C und Ware mit 32 Gew. % N schon bei 0 °C. Bei steigenden Temperaturen (nach erheblicher Wärmezufuhr) gehen die Kristalle wieder in Lösung über.

Besonderheiten bei der AHL-Düngung auf Grünland gegenüber anderen Kulturen

Mit der AHL-Düngung lassen sich in der Grünlandwirtschaft auftretende Arbeitsspitzen mit parallel ablaufender Nutzung, Futterkonservierung und N- Nachdüngung brechen, da die Arbeitsproduktivität durch Vereinfachungen bei Transport, Umschlag und Lagerung höher ist und insgesamt ein geringerer Arbeitskräftebedarf besteht.
Da der Harnstoffanteil in der AHL 50 % beträgt, ist die Frage der N-Verluste auf Böden mit höheren pH-Werten, bei Trockenheit und bei hohen Temperaturen zu berücksichtigen. Da auf dem Grünland der Harnstoff nicht eingearbeitet werden kann und eine höhere mikrobiologische Aktivität an der Bodenoberfläche gegeben ist, sind Unsicherheiten in der Wirkung nicht auszuschließen.
Nach der Nutzung ist eine baldige Applikation zu empfehlen, auch, wie langläufig empfohlen, vor dem dritten Tag nach der Nutzung. Eine Düngung zu diesem Zeitpunkt ist eher eine Boden- als eine Blattdüngung. Das Verätzungsrisiko ist dann naturgemäß gering. Verätzungen sind nicht in jedem Fall Ätzschäden im Sinne von Ertragsminderungen. Werden die vorab gegebenen Hinweise berücksichtigt, treten Verätzungen im Normalfall nicht auf. Häufig sind nur relativ geringe Blattflächenanteile betroffen und ein schnelles Verwachsen ist zu beobachten.
Hochgewachsene Bestände sollten nicht mehr gedüngt werden, da die Gefahr überhöhter Rohprotein- und Nitratwerte im Futter und einer teilweisen Nichtausnutzung des Düngers besteht.
Die Gabenhöhe zum einzelnen Aufwuchs sollte 80 kg N/ha nicht wesentlich überschreiten. Die Möglichkeiten kleiner Gaben und der gezielten Anpassung der auszubringenden Menge an die Flächenverhältnisse sollten genutzt werden. Eine regelmäßige Kontrolle der Spritztechnik hinsichtlich der zu realisierenden Mengen ist anzuraten.
In wieweit die Düngung mit AHL die Futterqualität beeinflußt, ist von mehreren Bedingungen und dem Zusammenwirken verschiedener Faktoren abhängig. Höhe der N-Menge, Zeitpunkt der N-Gabe, Dauer der Anwendung und Standort sind für die Stärke dieser Einflüsse entscheidend.

Empfehlungen zur AHL-Düngung auf Grünland

Witterung vor der AHL-Düngung:

  • nach Niederschlagsperioden,
  • mit nasser Pflanzenoberfläche sind Pflanzen wesentlich empfindlicher gegenüber AHL
    = höheres Risiko der Pflanzenschädigung

Je höher die Schnitt-/Weidereste oder der Nachwuchs, d.h. je mehr Blattmasse vorhanden ist, desto wichtiger ist es, erst zu düngen, wenn der Bestand abgetrocknet ist.

Witterung bei der AHL-Düngung:

  • je ungünstiger die Witterung, desto wichtiger ist es, die Applikation mit möglichst großen Tropfen bei geringem Druck und unverdünnt, ohne
    Wasserzusätze vorzunehmen
  • Temperaturen sind wichtigstes Kriterium, denn höhere Temperaturen fördern
    die N-Aufnahme über das Blatt (bis hin zu Pflanzenschädigungen)
    gasförmige N-Verluste (besonders bei Feuchtigkeit) und beeinträchtigen so die Düngewirkung

kühl, mäßig warm, < 20 ºC = für die Applikation günstig
(späte Nachmittags- bzw. Abendstunden)

heiß, > 20 ºC = mit steigender Temperatur zunehmend
ungünstig (Applikation verschieben)

Für weitere Fragen stehen wir Ihnen gern zur Verfügung. Besuchen Sie uns oder rufen Sie einfach an. Wir beraten Sie gern.

Ihr Ansprechpartner:

Dietmar Kaiser

Geschäftsführer

Telefon: +49(0) 37421 - 2 24 41
Telefax: +49(0) 37421 - 2 75 63
Mobil:    +49(0) 172 - 3 76 10 41
Email:    d.kaiser@acz-oelsnitz.de

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